Johann Christoph Kienlen

* 14. Dezember 1783 in Ulm
† 7. Dezember 1829 in Dessau

Kienlen war Pianist, Kapellmeister (von Pressburg und Baden), Königl. Baier. Musikdirector und Komponist, er war Schüler von Luigi Cherubini. Zu Goethe knüpfte er 1810 mit der Übersendung eines Prachtexemplares seiner Liedersammlung „Zwölf Lieder von Göthe“ die erste Beziehung.
Im Jahre 1816 kam Kienlen nach Weimar und suchte eine Anstellung. Die aus dem Goethe-Kreis bekannten Damen Ottilie von Pogwisch und Adele Schopenhauer versuchten ihm zu helfen.
Goethe empfahl ihn im gleichen Jahre nach Frankfurt an C. H. Schlosser.
1823 erhielt er eine Anstellung als Gesangslehrer an der Königlichen Oper in Berlin. Später folgte er dem Rufe des Fürsten Radziwill nach Posen. In Wien erhielt Franz Xaver Schnyder von Wartensee Unterricht in Harmonielehre und Kontrapunkt bei Kienlen. Er war ihm dabei aber mehr auf technischer Ebene eine große Hilfe.
Richard Wagner sprach von der Begegnung mit dem Mozartverehrer Musikdirektor Johann Christoph Kienlen:
„…dessen Einwirkung auf mich mir unvergeßlich geblieben ist“!

Seine Werke waren u. a.:

Opern, Singspiele

  • Scherz, List und Rache (J. W. von Goethe), Oper (um 1812)
  • Petrarca und Laura (August Eckschläger), Oper 3 Akte (1816 Pressburg)
  • Die Kaiserrose (St. von Menner), Zauberoper (1816 Wien)
  • Claudine von Villa Bella (J. W. von Goethe), Singspiel 3 Akte (1830 München)

Inzidenzmusiken

  • Germanicus (G. Riesch), Tragödie 5 Akte (1817 Berlin)
  • Donna Laura (S. von Knorring), Lustspiel 3 Akte (1821 Berlin)
  • Innocentia (K. Levenzow), romantische Tragödie 5 Akte (1823 Berlin)
  • Introduction und Romanze zu Undine (E.T.A. Hoffmann)

Lieder

  • Lieder aus Göthe’s Faust in Musik gesetzt und Seiner Durchlaucht, dem regierenden Fürsten von Carolath ehrerbietungsvoll gewidmet
  • Zwanzig Lieder mit Begleitung des Piano-Forte in Musik gesezt und Seiner Kaiserlichen Hoheit, dem Allerdurchlauchigsten Erzherzog Rudolph von Oesterreich in allertiefster Ehrfurcht gewidmet
  • Zwölf Lieder in Musick gesezt und Ihro Excellenz der Frau Baronesse von Gravenreuth, gebohrnen Baronesse von Zweybrücken, in tiefster Ehrerbietung geweiht
  • Zwölf Lieder von Göthe mit Begleitung des Piano-Forte in Musik gesetzt und Ihro Majestät der Königin von Baiern Friederike Wilhelmine Caroline in aller tiefster Ehrfurcht gewidmet.

Quellenverzeichnis: • Wikipedia • Goethemuseum Düsseldorf


Hörproben

Heidenröslein - Goethe - Kienlen

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